Küstenbiologie - Coastal Biology

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Teredo Ostsee Teredo in der Ostsee

Teredo in der Ostsee

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Teredo navalis lebt im deutschen Bereich hauptsächlich in der Nordsee. Früher, zuletzt in den 50er Jahren, gab es in der westlichen Ostsee periodischen Massenbefall, der jeweils 2-3 Jahre andauerte. Dies wurde damit erklärt, dass mit günstigen Strömungen große Schwärme von Teredo-Larven aus der Nordsee bis hierher verdriftet wurden, sich ansiedelten und Schäden verursachten. Dann aber starben sie wieder aus, weil sie sich in dem niedrigen Salzgehalt nicht fortpflanzen könnten.

Es gibt jedoch Argumente, die gegen diese Theorie sprechen.

Zum Einen gibt es vereinzelte Meldungen über Schäden außerhalb der bekannten Massenvorkommen (z.B. in den 70ern in Timmendorf). Zum Anderen wurden bei einer Untersuchung im Jahre 1989 Schiffsbohrwürmer auch an mehreren Standorten der schleswig-holsteinischen Ostseeküste gefunden. Dabei war jedoch keine bedrohliche Schädigung zu verzeichnen. Anscheinend gab es eine kleine, dauerhafte Population, die für deutliche Schäden nicht ausreichte.

Vielleicht brauchte es nur das Zusammentreffen mehrerer günstiger Umstände wie warme Sommer, milde Winter, erhöhte Eutrophierung (Überdüngung) oder der Wegfall der giftigsten Antifoulinganstriche von Sportbooten, um eine erneute Massenvermehrung zu ermöglichen. Jedenfalls ist inzwischen bewiesen, dass sich Teredo navalis auch an der deutschen Ostseeküste vermehren kann.

Seit dem Jahr 1993 ist es dann in der Ostsee in Mecklenburg zu einer Masseninvasion gekommen. Die durch diesen Befall vor allem in den Buhnen, hölzernen Küstenschutzanlagen, hervorgerufenen Schäden gehen in die Millionen Euro.

 


Bei unseren Untersuchungen seit dem Sommer 1996 stieþen wir auch auf dichte Populationen von Teredo navalis an mehreren Standorten entlang der gesamten schleswig-holsteinischen Ostseeküste. Heute sind erhebliche Schäden in vielen Häfen und anderen Anlagen bekannt. Der Befall zieht sich flächendeckend von der dänischen Grenze bis zur Ostseite von Rügen, wo die Salzgehaltsgrenze für die Verbreitung der Larven erreicht ist.

 



Bitte teilen Sie uns mit, ob sich der Schiffsbohrwurm in Ihrem Bereich bereits bemerkbar gemacht hat. Sind an gezogenen Pfählen Bohrgänge gesehen worden?

Welcher Art ist das Holz, wie ist es behandelt gewesen und wie lange war es im Wasser?

Auch Negativmeldungen, z.B. "unsere 20 Jahre alten Bongossipfähle sind frei von Befall", sind sehr wertvoll für uns.


Nachricht bitte an:

Kai.Hoppe(at)kuestenbiologie.de

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 14. Januar 2011 um 10:06 Uhr