Küstenbiologie - Coastal Biology

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Teredo Gegenmaßnahmen Prävention 1: Holz

Prävention 1: Holz

Drucken PDF

Am Einfachsten ist es, sich vor dem Befall Gedanken über Gegenmaßnahmen zu machen. Das beginnt bei der Wahl der Baumaterialien. Zum Beispiel sind nach Jahren des schweren Befalls in der westlichen Ostsee kaum noch hölzerne Anlegepfähle zu finden. Sie wurden durch Stahlstangen, meist aus der Erdölindustrie, und darüber gestülpte Kunststoffrohre, ersetzt. Ausserdem sind noch Recyclingkunststoffe als Ersatz im Gespräch, konnten sich aber bisher kaum etablieren.

Für Holzpfähle kann man eine Liste mit aufsteigender Resistenz gegen Teredo aufstellen:

 

  1. Kiefer
  2. Lärche
  3. Eiche
  4. Eiche mit Rinde
  5. tropische Sorten

 

Sehr dicke Eichenstämme haben meist mehrere Jahrzehnte Standzeit erreicht, es wurden aber auch Fälle bekannt, in denen sie innerhalb von 2 Jahren zerstört wurden. Hier kommt erschwerend hinzu, dass unterschiedliche Sorten verwendet werden können, ja sogar dass verschiedene Stämme der gleichen Sorte je nach Standort des Baumes unterschiedliche Eigenschaften haben können. Jedoch kann man sagen, dass Eiche die beste einheimische Art ist, besonders wenn es gelingt, die Stämme mit der Rinde zu verwenden. Die Teredoabwehr beruht weniger auf der Holzhärte, sondern mehr auf Inhaltsstoffen, die für Teredo giftig wirken. Diese Tannine im Fall der Eiche sind in der Rinde konzentriert. Ausserdem wirkt die Rinde als physische Barriere, weil sie einerseits wegen ihrer Elastizität schlecht zu bohren ist und andererseits der Übergang von der Rinde ins Splintholz schlecht zu bewerkstelligen ist.

Tropenhölzern sind auch nicht das Allheilmittel gegen Bohrmuschelbefall. Wie bei der Eiche spielt die Härte des Holzes eine geringere Rolle als die Inhaltsstoffe. Diese werden zum Teil nur dann produziert, wenn sie, z.B. zur Abwehr von Termiten, gebraucht werden. Es gibt Untersuchungen, in denen verschiedene tropische Sorten getestet und in Resistenzsklassen eingeteilt wurden, jedoch ist bei der Vielfalt der neueren Sorten und der geografischen Unterschiede eine Bewertung sehr schwierig. Ausserdem muss heute darauf geachtet werden, dass nur nachhaltig erwirtschaftete Hölzer verwendet werden. Nachweis dafür ist das FSC-Siegel (vom "forestry stewardship council").

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 28. Januar 2011 um 12:27 Uhr